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| 11.02.2012, 16:59 Uhr |
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Streit um Hühnerfelder Ampel geht weiter Bericht SZ Mitarbeiter Patric Cordier
Der Sulzbacher Stadtrat möchte weiterhin für eine Ampel am Hühnerfelder Netto-Markt kämpfen. Aussagen, die Regionalverbanddirektor Peter Gillo gegenüber der SZ machte, stoßen auf Unverständnis.
Sulzbach. Warum sorgt eine Fußgängerampel für weniger Sicherheit? Und: Ist die körperliche Unversehrtheit eines saarländischen Verkehrsteilnehmers weniger wert, als die eines Menschen in Nordrhein-Westfalen? Diese und ähnliche Fragen muss der Regionalverband dem Sulzbacher Stadtrat beantworten. Denn mit den Äußerungen von Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) gegenüber der SZ bezüglich der Situation am Hühnerfelder Netto-Markt will sich der Rat nicht abspeisen lassen.
"Wir können die Stellungnahme des Regionalverbands nicht nachvollziehen", sagte Sulzbachs zuständiger Ingenieur für Straßen Karsten Baus, "wir haben uns immer bemüht, zu einer Lösung zu kommen." Baus präsentierte erste Handskizzen der damaligen Bauamtsleiterin Euthymia Graßmann-Gratsia aus dem Jahr 1999. Schon damals wurde eine Insellösung vorgeschlagen, die scheiterte aber an der vorgeschriebenen Fahrbahnbreite von mindestens 3,5 Metern. 2005 habe man eine Lösung gefunden, der selbst der Regionalverband zugestimmt habe. Die Insel sei weiter zum Einmündungsbereich Kettelerstraße verschoben worden. "Als 2009 dann aber durch den Fahrplanwechsel Gelenkbusse zum Einsatz kamen, war diese Lösung praktisch gestorben", so Baus, der auch selbst verschiedene Entwürfe erarbeitet hat. Weitere Pläne scheiterten aber oft an wenigen Zentimetern. Zuletzt wurde durch eine Zählung festgestellt, dass die Mindestzahl von Fußgängern und Fahrzeugen zum Errichten einer Querungshilfe nicht erreicht wird. Zumindest nach Auffassung des Saarlands. In Nordrhein-Westfalen liegen die Grenzwerte tiefer, wenn es um die Gefährdung von Menschen geht.
"Derartige Ampeln verringern sogar die Sicherheit der Fußgänger", hieß es von Seiten des Regionalverbands. Eine Argumentation, die kaum jemand außerhalb der Saarbrücker Amtsstuben nachvollziehen kann. "Es ist schwer vermittelbar, warum wenige Hundert Meter weiter am Karl-Holzer-Platz, dann an der evangelischen Kirche und schließlich am Kreisel Fußgängerampeln stehen", sagte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam (CDU).
Darum habe ein Sachbearbeiter im Regionalverband sogar angedroht, auch diese Ampelanlagen abbauen zu lassen. Eine Drohgebärde der Behörde, wenn der Stadtrat in Sachen Netto-Markt nicht endlich Ruhe gibt?
Über die Fraktionsgrenzen herrscht Einigkeit, dass man weiter für die Sicherheit der betroffenen Bürgerinnen und Bürger kämpfen will. Auf Vorschlag von Dietmar Holzapfel (Freie Wähler) sollen die großen Parteien über ihre Vertreter in der Regionalverbandsversammlung den Präsidenten Gillo zu einer Einigung bewegen. Bürgermeister Adam hat im Umkehrschluss den Regionalverbandsmitarbeiter Holzapfel aufgefordert, auch einmal das Gespräch mit seinem Chef zu suchen. "Wir können die Stellungnahme des Regionalverbands nicht nachvollziehen."
Karsten Baus
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